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Renovierung im Altbau: Welche Farben und Grundierungen sind sinnvoll

  • 29. Nov. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Altbau ist nicht gleich Altbau und genau das entscheidet die Materialwahl

Eine Gründerzeitwohnung in der Nürnberger Südstadt verhält sich völlig anders als ein Siebzigerjahrebau in Langwasser oder ein Sandsteinhaus in der Altstadt. Putze, Vorbeschichtungen, Feuchtegehalt und sogar die Bauchemie aus früheren Sanierungen bestimmen, was heute funktioniert und was nach wenigen Monaten wieder abblättert. Wir gehen mit euch durch, womit es ihr es tatsächlich zu tun habt, bevor wir Material empfehlen. Eine Wand, die zwei Generationen Anstriche trägt, verlangt einen anderen Aufbau als ein frisch verputzter Trockenbau in einer kernsanierten Wohnung.



Renovierung im Altbau
Renovierung im Altbau


Voruntersuchung des Untergrunds als Pflichtschritt vor jedem Anstrich

Bevor irgendein Eimer geöffnet wird, muss klar sein, was unter der alten Tapete steckt. Kreidende Altanstriche, lose Spachtelstellen, Salzausblühungen aus aufsteigender Feuchte und nikotingelbe Decken sind im Altbau Standard. Mit einfachen Tests, etwa dem Klebestreifenabriss, der Wischprobe oder einer Feuchtemessung, lässt sich das Risiko früh erkennen. Wir geben euch die passenden Hilfsmittel mit und besprechen die Ergebnisse am Telefon oder vor Ort. Wer diesen Schritt überspringt, kauft im schlimmsten Fall hochwertige Farbe für einen Untergrund, der sie nicht tragen kann.


Die richtige Grundierung als unsichtbare Hauptarbeit

Im Altbau entscheidet die Grundierung über alles, was danach kommt. Stark saugende, sandende Putze verlangen eine tief eindringende Festigergrundierung, die die Oberfläche stabilisiert und das Saugverhalten egalisiert. Glatte, kreidende Altanstriche brauchen einen Haftgrund mit feiner Quarzeinstreuung, sonst rutscht jede neue Farbe ab. Gegen Nikotin, Wasserflecken und Rußschatten kommt eine isolierende Sperrgrundierung zum Einsatz, die das Durchschlagen verhindert. Wir halten alle drei Typen vorrätig und sagen euch ehrlich, welche zum gefundenen Untergrund passt und welche überflüssig wäre.


Wandfarben mit bauphysikalischem Verstand auswählen

In Altbauten arbeitet die Wand. Außenwände sind oft schlecht gedämmt, Räume werden unregelmäßig genutzt und die Lüftungsgewohnheiten passen nicht zur modernen Bauweise. Dichte Dispersionsfarben halten in solchen Räumen die Feuchte fest und fördern Schimmel. Diffusionsoffene Silikat- oder Silikatdispersionsfarben aus dem Brillux Programm, etwa eine Profisil, sind hier die klügere Wahl. Für reine Innenräume in trockenen Wohnungen reicht eine hochwertige Matte aus der Superlux Reihe völlig aus. Wir wählen das System nach Raumnutzung, Wandaufbau und Lüftungssituation, nicht nach Bauchgefühl.


Holzteile, Fenster und Türen im Altbau richtig behandeln

Alte Kastenfenster, profilierte Innentüren und Holzvertäfelungen sind oft mehrfach überstrichen, manchmal mit bleihaltigen Altlacken aus den Sechzigern. Hier zählt nicht der schnelle Anstrich, sondern eine saubere Vorbereitung mit passendem Anschleifen, Entfetten und einer Sperr- oder Isoliergrundierung gegen Holzinhaltsstoffe wie Tannin. Anschließend liefern wir wahlweise wasserbasierte PU Lacke für geruchsarme Innenanwendungen oder klassische Alkydharzsysteme für Bauteile mit hoher mechanischer Belastung. Welcher Aufbau zu eurem konkreten Holz und Altanstrich passt, klären wir gemeinsam.


Sanierputze und Spezialprodukte gegen typische Altbauprobleme

Wenn aufsteigende Feuchte, Salzbelastung oder schadhafte Sockelputze im Spiel sind, hilft keine Wandfarbe der Welt, sondern nur ein sanierender Aufbau. Wir liefern Sanierputzsysteme nach WTA Richtlinie, passende Vorspritzmörtel und Salzsperren, die das eigentliche Problem im Bauteil entschärfen. Erst danach kommt die diffusionsoffene Beschichtung. Wer eine feuchte Wand einfach übermalt, sieht den Schaden ein paar Monate später wieder, oft schlimmer als zuvor. Wir besprechen mit euch ehrlich, ob eine kosmetische Lösung reicht oder ob eine sanierende Vorarbeit unverzichtbar ist.


Kontakt

Telefon: 0911 54 02 60 79



FAQ


Muss ich alte Tapeten im Altbau immer komplett entfernen?

In den meisten Fällen ja, weil sich unter alten Tapeten Schimmel, lose Putzstellen und nicht tragfähige Altanstriche verstecken, die später Probleme machen. Lediglich gut haftende Raufaser, die fest mit dem Untergrund verbunden ist und keine Wölbungen oder Verfärbungen zeigt, kann unter bestimmten Bedingungen überstrichen werden. Wir empfehlen, an mehreren Stellen Probestreifen abzuziehen und den Untergrund zu prüfen. Bei sichtbarer Feuchte, dunklen Flecken oder lockerem Putz ist das vollständige Entfernen mit anschließender Sanierung der einzige sinnvolle Weg.


Welche Farbe eignet sich für eine kalte Außenwand mit Schimmelhistorie?

Hier reicht eine normale Innendispersion nicht aus. Wir empfehlen eine silikatverstärkte oder rein mineralische Innenfarbe mit hohem pH Wert, die schimmelpilzwidrige Eigenschaften ohne klassische Topffilmkonservierer mitbringt. In Kombination mit einer silikatfähigen Grundierung und gegebenenfalls einer dämmenden Kalziumsilikatplatte an besonders kalten Stellen ergibt sich ein Aufbau, der dauerhaft Ruhe bringt. Wichtig ist, parallel die Ursache zu klären, also Lüftungsverhalten, Wärmebrücken und mögliche Feuchteeintritte von außen. Wir besprechen die Situation und legen den passenden Aufbau gemeinsam fest.


Kann ich alte ölhaltige Anstriche an Türen einfach mit Acryllack überstreichen?

Nein, das geht in den seltensten Fällen ohne Probleme gut. Alte Alkydharz- oder Ölfarben sind oft so dicht, dass ein moderner wasserbasierter Acryllack nicht haftet und sich nach kurzer Zeit in Fladen ablöst. Notwendig sind ein gründliches Anschleifen, eine saubere Entfettung und eine geeignete Haftgrundierung, die zwischen Altsystem und neuer Beschichtung vermittelt. Bei stark vergilbten oder verkreideten Altanstrichen kann zusätzlich eine Sperrgrundierung gegen Durchschlagen sinnvoll sein. Wir liefern euch die passende Grundierung samt Schleifmittel und nennen die einzuhaltenden Wartezeiten.

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