Was ist der Unterschied zwischen Silikonharzfarbe und Silikatfarbe?
- 26. Nov. 2025
- 4 Min. Lesezeit
Warum Silikonharz und Silikat heute zu den gefragtesten Fassadenfarben gehören
Viele Hausbesitzer suchen nach einer Farbe, die ihre Fassade lange sauber hält, Wasser abweist und dennoch atmungsaktiv bleibt. Genau deshalb gehören Silikonharzfarbe und Silikatfarbe seit Jahren zu den meistgesuchten Begriffen rund um Fassadenanstriche. Die Suchanfragen steigen besonders stark, wenn es um Themen wie Fassadenschutz, Algenbefall oder Sanierungszyklen geht. Beide Systeme gelten als langlebig, doch ihre Funktionsweise unterscheidet sich deutlich. Wer die Unterschiede versteht, trifft eine Entscheidung, die optisch und technisch überzeugt.

Zwei Bindemittel, zwei völlig unterschiedliche Funktionsweisen
Silikatfarbe und Siliconharzfarbe werden im Sprachgebrauch oft verwechselt, arbeiten aber chemisch grundverschieden. Silikatfarbe nutzt Kaliwasserglas als Bindemittel und geht eine echte chemische Verbindung mit dem mineralischen Untergrund ein. Siliconharzfarbe basiert auf einer Kombination aus Siliconharz und Dispersion und bildet einen wasserabweisenden, aber diffusionsoffenen Film auf der Wand. Wer in Nürnberg, Fürth oder Erlangen vor der Fassadensanierung steht, sollte den Unterschied kennen, bevor er einen Eimer kauft. Wir gehen mit euch die Eigenschaften beider Systeme im konkreten Anwendungsfall durch.
Silikatfarbe verkieselt mit der Wand statt nur darauf zu liegen
Bei der Silikatfarbe verbindet sich das Kaliwasserglas in einem Prozess, der Verkieselung heißt, fest mit mineralischen Untergründen wie Kalk-, Zement- oder Sandsteinputzen. Die Farbe wird damit dauerhaft Teil der Wand, blättert nicht ab und altert sehr gleichmäßig. Das Ergebnis ist eine extrem witterungsbeständige, UV stabile Oberfläche mit hoher Diffusionsoffenheit. Voraussetzung ist allerdings ein mineralfähiger Untergrund. Auf organischen Altanstrichen, kunststoffgebundenen Putzen oder klassischen WDVS Oberflächen funktioniert eine reine Silikatfarbe nicht, weil die chemische Anbindung fehlt.
Siliconharzfarbe arbeitet hydrophob und bleibt dabei atmungsaktiv
Siliconharzfarben kombinieren die Vorteile einer wasserabweisenden Oberfläche mit der Atmungsaktivität mineralischer Systeme. Der Siliconharzfilm lässt Wasserdampf von innen nach außen entweichen, weist aber flüssiges Wasser von außen ab, sodass Schlagregen einfach abperlt. Daraus ergibt sich eine geringe Verschmutzungsneigung, weniger Veralgung und eine sehr lange Standzeit, oft zwölf bis fünfzehn Jahre auf gut vorbereiteten Untergründen. Wir empfehlen Siliconharzfarben aus der Brillux Evocryl Reihe vor allem dort, wo eine reine Silikatfarbe wegen Altanstrich oder WDVS nicht eingesetzt werden kann.
Untergrundverträglichkeit als entscheidendes Auswahlkriterium
Die Entscheidung zwischen Silikat und Siliconharz hängt fast immer am Untergrund. Reine mineralische Putze, historische Kalkputze, Sandsteinfassaden in der Nürnberger Altstadt oder Sichtbeton sind klassische Anwendungsfelder für Silikatsysteme. Moderne Wärmedämmverbundsysteme mit organischem Oberputz, alte Dispersionsanstriche oder gemischte Untergründe mit kunststoffgebundenen Komponenten verlangen dagegen eine Siliconharzfarbe oder eine silikatverstärkte Dispersionsfarbe als Kompromiss. Wir prüfen mit euch den vorhandenen Untergrund, oft mit einer einfachen Wischprobe oder Wasserbenetzungstest, und legen darauf basierend das System fest.
Verarbeitung, Werkzeug und besondere Anforderungen im Vergleich
Silikatfarben sind alkalisch eingestellt, was beim Verarbeiten Schutzkleidung, Schutzbrille und das Abkleben von Glas, Metall und empfindlichen Oberflächen nötig macht. Sie lassen sich rollen, streichen und spritzen, verlangen aber zügiges Arbeiten Nass in Nass, weil Ansätze sonst sichtbar bleiben. Siliconharzfarben sind verarbeitungsfreundlicher, weniger aggressiv und für ungeübte Anwender einfacher zu handhaben. Wir liefern zu beiden Systemen die passenden Grundierungen, Walzen, Pinsel und Abdeckmaterialien, sodass auf der Baustelle alles aus einer Lieferung kommt und die Verarbeitung sauber durchläuft.
Standzeit, Pflege und langfristige Wirtschaftlichkeit
Reine Silikatfarben erreichen auf passenden mineralischen Untergründen Standzeiten von zwanzig Jahren und mehr, oft mit minimaler Wartung. Siliconharzfarben liegen meist bei zwölf bis fünfzehn Jahren, abhängig von Lage, Ausrichtung und Schlagregenbelastung. Beide Systeme sind langfristig wirtschaftlicher als günstige Dispersionsfarben, deren Standzeit selten über zehn Jahre hinausgeht. Wir rechnen mit euch den Quadratmeterpreis pro Standjahr durch, weil das die einzige ehrliche Vergleichsgröße ist. Bei größeren Objekten in Schwabach, Zirndorf oder Roth lohnt sich diese Rechnung fast immer zugunsten der höherwertigen Systeme.
Kontakt
Telefon: 0911 54 02 60 79
E-Mail: info@hbs-fachhandel.com
FAQ
Kann ich Silikatfarbe einfach auf einen alten Dispersionsanstrich auftragen?
Nein, reine Silikatfarbe verlangt eine mineralische Anbindung, die durch eine geschlossene Dispersionsschicht verhindert wird. Auf einem alten Dispersionsanstrich blättert sie nach kurzer Zeit ab, weil die chemische Verkieselung mit dem Untergrund nicht stattfinden kann. In solchen Fällen ist eine silikatverstärkte Dispersionssilikatfarbe die bessere Wahl, weil sie auch auf tragfähigen organischen Altanstrichen haftet und trotzdem deutlich mehr Diffusionsoffenheit bietet als eine reine Dispersion. Wir prüfen mit euch den Altanstrich und empfehlen das System, das technisch und wirtschaftlich zur Ausgangslage passt.
Welches System ist auf einem Wärmedämmverbundsystem die richtige Wahl?
Auf einem WDVS mit organisch gebundenem Oberputz, wie er bei den meisten modernen Sanierungen verwendet wird, ist eine Siliconharzfarbe in der Regel die langlebigste Lösung. Sie schützt die Dämmung vor Schlagregen, bleibt diffusionsoffen für ausdiffundierenden Wasserdampf und veralgt deutlich langsamer als eine reine Dispersion. Reine Silikatfarben funktionieren auf einem organisch gebundenen Oberputz dagegen nicht zuverlässig. Wir empfehlen helle bis mittlere Hellbezugswerte, weil sehr dunkle Töne die Dämmung thermisch belasten, und liefern passende Siliconharzsysteme samt Grundierung aus einer Lieferung.
Was ist eine silikatverstärkte Dispersionssilikatfarbe und wann ist sie sinnvoll?
Eine Dispersionssilikatfarbe ist ein Mischsystem aus Kaliwasserglas und einem geringen Anteil organischer Bindemittel, meist unter fünf Prozent. Dadurch behält sie die mineralische Charakteristik der reinen Silikatfarbe, haftet aber auch auf tragfähigen Altanstrichen oder leicht organisch gebundenen Untergründen. Sie ist der praktische Kompromiss zwischen reiner Silikatfarbe und Siliconharzfarbe und wird häufig auf Bestandsgebäuden eingesetzt, bei denen Altanstriche nicht komplett entfernt werden können. Wir empfehlen sie oft bei Sanierungen mit unklarer Vorgeschichte, weil sie technisch flexibel ist und trotzdem hohe Diffusionsoffenheit bietet.
